Sind Smartphones die neuen Schuhe?
Die Dinge, mit denen wir die Welt betreten, Spuren hinterlassen – und irgendwann einfach irgendwo zurücklassen?
Während der Lockdowns wurden unsere Telefone zu Orten: Wir haben mit ihnen gesehen, gesprochen, gestritten, gesehnt. Wir haben durch sie die Welt betreten, ohne sie zu verlassen.
Smartify ist das weltweit erste Smartfiti – ein Begriff, den ich 2021 geprägt habe. Zwei alte Smartphones, über ein Stromkabel geworfen, bilden eine interaktive Skulptur auf dem Experimentierfeld des Kunstverein Wagenhalle in Stuttgart. Angelehnt an die bekannten Shoefitis (alte Schuhe über Stromleitungen) zeigt die Installation: Auch unsere digitalen Geräte werden irgendwann „ausgetragen“. Nur bleiben sie nicht einfach zurück – sie senden weiter.
Beide Geräte sind noch online. Sie empfangen, sie senden. Sie hängen da, drei Meter über dem Boden, festgeklemmt im urbanen Geflecht – vollkommen ortlos, vollkommen verbunden.
Smartify ist kein Mahnmal. Es ist eine Erinnerung an die körperlose Gegenwart, an das, was bleibt, wenn Funktion entgleitet, aber Verbindung weiterbesteht. Vielleicht ist es die Essenz des Digitalen: Immer erreichbar. Nie mehr unterwegs.

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