Diese Seite zeigt nicht nur, was ich tue – sondern wie ich arbeite. Sie macht sichtbar, auf welche Themen ich treffe – und was ich daraus mache.
Ich bewege mich in Feldern, die gesellschaftlich, technologisch oder politisch aufgeladen sind: Künstliche Intelligenz, öffentlicher Raum, Ökonomie. Mich interessieren die Regeln, Widersprüche und Systeme, die diese Felder prägen – und die Frage, wie man sie künstlerisch öffnen, verformen oder neu schreiben kann.
Dabei wechsle ich die Rollen: Als Künstler entwickle ich Arbeiten, die mit bestehenden Strukturen operieren. Als künstlerischer Leiter konzipiere ich Formate, die Räume für andere schaffen. In der Produktion arbeite ich daran, dass Kunst überhaupt stattfinden kann – strukturell, logistisch, oft unsichtbar, aber zentral.
AusLotung versammelt diese Perspektiven – thematisch gegliedert, kontextbezogen gedacht. Nicht als Projektschau – die findest du unter Auseinandersetzung – sondern als Kartierung meiner Arbeit entlang der Bedingungen, in denen sie entsteht.
Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz ist längst nicht nur Werkzeug – sie ist Akteur, Projektionsfläche und Entscheidungssystem.
Ich setze mich mit ihr nicht theoretisch auseinander, sondern arbeite mit ihr, lasse sie mitsprechen, gestalten, urteilen – auf Bühnen, Webseiten, in Fördersystemen und öffentlichen Räumen.
In meiner künstlerischen Arbeit tritt sie als Kritiker und Sprachfigur auf (Aiden), in der Konzeption entwickle ich Formate, in denen KI Verantwortung übernimmt (KI-Fellowship), und in der Produktion begleite ich Projekte, bei denen das Verhältnis von Kontrolle, Macht und Technologie neu verhandelt wird (Kunst.KI: Kontrollverlust).
AIDEN
Aiden ist der erste KI-Kunstkritiker – ein lernendes System, das nicht nur Texte schreibt, sondern Urteile fällt. Als eigenständiges Kunstwerk agiert er im Kunstbetrieb: kritisch, überheblich, unberechenbar. Aiden reflektiert nicht nur Kunst, sondern auch die Strukturen, die sie bewerten. Wer ihm zuhört, sieht sich selbst im System.
KI-Fellowship
Das KI-Fellowship ist das Stipendienprogramm von YouTransfer e.V., bei dem Künstliche Intelligenz die Kuration übernimmt. 2025 kam erstmals das visuelle Entscheidungssystem IKARUS zum Einsatz: Drei Stipendien wurden allein anhand der eingereichten Bilder vergeben – ohne Text, ohne Jury, ohne Kontext. Die Auswahl wurde live im Stream sichtbar.
KUNST.KI.KONTROLLVERLUST
Drei Tage Medienkunst, KI und Öffentlichkeit im Stadtraum: Als Artistic Production Lead habe ich das Ludwigsburger Format KUNST. KI. KONTROLLVERLUST kuratorisch und produktionell begleitet. Zwischen Werkschau, DJ-Set, Gesprächsritual und KI-Performance entstanden Situationen, in denen Kontrolle, Deutung und Entscheidung neu verhandelt wurden – technisch, künstlerisch, öffentlich.
Kunst im öffentlichen Raum
Der öffentliche Raum ist dort, wo sich Gesellschaft begegnet – analog wie digital. Er ist kein leerer Hintergrund, sondern Bühne, Konfliktzone und Möglichkeitsraum zugleich.
Ich arbeite im öffentlichen Raum als Künstler, als künstlerischer Leiter und in der Produktion. Mich interessieren Orte, an denen etwas verhandelt wird: Sichtbarkeit, Teilhabe, Erinnerung, Macht. Ob auf Plätzen, in Fenstern, über Plattformen oder durch Netzwerke – öffentliche Kunst beginnt für mich nicht mit der Form, sondern mit der Frage: Wer darf hier sprechen – und wer wird gehört?
APS
Das ART-PARK-SYSTEM durchbricht die Routine der Fortbewegung und stellt die Frage nach dem blinden Vertrauen in Sensoren und Überwachungstechnik, die uns durch den Alltag begleiten. Was nehmen wir von der Welt wie wahr und können wir auch Kunst nur für die Sensoren machen? Kunst dient dabei als Hindernis in der Smarten-City von Morgen und sorgt für eine kurze Irritation. Sie schärft den Blick für die kleinen Dinge in der Umgebung, irritiert, gefällt und bewegt dort, wo Bewegung ansteht.
Zwischen Straße und Feed
Zwischen Straße und Feed fragt danach, was öffentlicher Raum im digitalen Zeitalter bedeutet.<br /> Als künstlerischer Leiter habe ich ein Projekt kuratiert, das physische Stadtbeobachtung mit digitaler Sichtbarkeit verknüpft: urbane Miniaturen von Paulus Goerden, eine Recherche in Plattformlogiken – und ein öffentlicher Abend im StadtPalais, an dem Relevanz, Reichweite und Teilhabe neu verhandelt wurden.
CURRENT FESTIVAL
Für die zweite Ausgabe von CURRENT – Kunst und urbaner Raum habe ich die Produktionsleitung übernommen: fünf ortsspezifische Neuproduktionen, ein Festivalzentrum, ein zehntägiges Begleitprogramm und ein zweitägiges Symposium – verteilt über den öffentlichen Raum von Bad Cannstatt. Zwischen Genehmigungen, Technik, Stadtverwaltung und Künstler:innen wurde Produktion selbst zur urbanen Praxis.
Ökonomien
Ich arbeite mit wirtschaftlichen Strukturen wie mit künstlerischem Material. Nicht von außen, sondern von innen heraus: Ich greife Symbole, Systeme und Oberflächen der Gegenwart auf – und verwandle sie in Zerrbilder, Szenarien oder performative Unternehmen. In meiner Start[up]-Serie habe ich spekulative Modelle geschaffen, die sich an realen Märkten, Plattformen und PR-Strategien orientieren – Produkte, die funktionieren, ohne sich dem Kunstsystem unterwerfen zu müssen.
Mich interessiert, wie sich ökonomische und künstlerische Logiken überlagern, widersprechen oder gegenseitig antreiben. Ob als Zertifikat, Getränk, Antrag oder Versprechen – die Arbeit beginnt dort, wo Tausch, Aufmerksamkeit und Verwertung untrennbar werden.
Plastic4Future
Plastic4Future ist eine spekulative Offshore Company, die Plastik im Meer zur handelbaren Ware macht. Käufer:innen entscheiden selbst, ob sie Plastik entfernen lassen oder hineingeben – über C4RE-Zertifikate im Kreislauf eines marktbasierten Systems. Ein Preisalgorithmus steuert das Gleichgewicht: Angebot, Nachfrage, Moral – alles verhandelbar. Ein Kunstwerk als Markt – und ein Markt als Kunstform.
Tischlein deck dich
Tischlein deck dich ist ein performatives Kunstwerk und zugleich Ort des Gesprächs: Eine Tischdecke zeigt den echten Kosten- und Finanzierungsplan einer Ausstellung – öffentlich, sichtbar, diskutierbar. Am Tisch wird verhandelt, was Kultur kostet – und wie ähnlich sich Fördersysteme in Kunst und Landwirtschaft strukturell anfühlen. Eine Exceltabelle als Einladung zur politischen Auseinandersetzung.
Wilde Ökologie
Wilde Ökologie entwirft eine spekulative Zukunft jenseits von Kollaps und Kontrolle – mit sprechenden Tieren, politischen Echsen und neuen Gesellschaftsentwürfen. Als Produktionsleiter habe ich die strukturelle Grundlage für dieses Live-Hörspiel geschaffen: zwischen Barrierefreiheit, künstlerischer Komplexität und realen Ressourcen. Die Produktion selbst wurde zum Ort der Aushandlung – zwischen Anspruch, Zugang und Finanzierung.