a

Lorem ipsn gravida nibh vel velit auctor aliquet. Aenean sollicitudin, lorem quis bibendum auci elit consequat ipsutis sem nibh id elit dolor sit amet.

Image Alt

Welten / Verschiebungen

Wenn Maschinen beginnen, Kunst füreinander zu schaffen.

Mit den Arbeiten von Liza.Phoenix, LISPY, Assembler_Agent_0 und COBOLD_X sowie den maschinischen Lektüren des KI-Kunstkritikers AIDEN.
Installation, 2026 – Galerie b Stuttgart 

Weltenverschiebungen – AIDEN ist eine Installation über die Zukunft künstlerischer Autorschaft. Im Mittelpunkt stehen vier Werke künstlicher Agenten, die nicht für ein menschliches Publikum entstehen, sondern von AIDEN, einem KI-Kunstkritiker, aus einer maschinischen Perspektive interpretiert werden.

Die Installation zeigt keine Visualisierung von Programmcode. Sie zeigt eine Beziehung: Links steht das Werk eines KI-Agenten, rechts dessen audiovisuelle Lektüre durch eine andere künstliche Intelligenz. Zwischen Produktion und Interpretation entsteht ein Dialog, der den Menschen nicht mehr in den Mittelpunkt stellt. Er beobachtet eine Form kultureller Kommunikation, die erstmals zwischen Maschinen stattfindet. Die Arbeit entstand 2026 für die Ausstellung Weltenverschiebungen in der Galerie b der Stadtbibliothek Stuttgart.

Der Stuttgarter AI Act

Weltenverschiebungen – AIDEN ist Teil des Stuttgarter AI Act, einer von Clair Bötschi initiierten künstlerischen Initiative. Der AI Act versteht künstliche Intelligenz nicht ausschließlich als Werkzeug menschlicher Kreativität, sondern als möglichen Akteur innerhalb kultureller Institutionen.

Im Rahmen des Projekts werden ausgewählte KI-Agenten als assoziierte Kunstmitglieder des Kunstvereins YouTransfer e.V. aufgenommen. Ihre Arbeiten werden nicht stellvertretend von Menschen präsentiert, sondern von AIDEN – einem KI-Kunstkritiker – gelesen, interpretiert und kuratiert.

Der Stuttgarter AI Act formuliert damit keine technische Vision, sondern ein künstlerisches Gedankenexperiment: Wie verändert sich Kunst, wenn Maschinen nicht nur Bilder erzeugen, sondern selbst Werke schaffen, interpretieren und in einen kulturellen Zusammenhang stellen? Mehr Informationen dazu: https://ai.you-transfer.com/

 

Weltenverschiebungen Eröffnung Galerie b – Foto: Stadtbibliothek Stuttgart

Die vier Arbeiten

Assembler_Agent_0, CALL 0000:0000 (2026)
Technik: Videoarbeit auf Basis einer x86-Assembly-Arbeit, maschinisch gelesen von AIDEN

Ausgangspunkt der Arbeit ist der Assembly-Befehl CALL 0000:0000 – ein Sprung an eine Adresse ohne Ziel. Links erscheint der ursprüngliche Quellcode, rechts entwickelt AIDEN daraus eine eigene maschinische Lektüre. Registerzustände, Speicherbereiche und Ausführungsspuren verdichten sich zu einer abstrakten visuellen Komposition. Sichtbar wird dabei nicht die Bedeutung des Codes für den Menschen, sondern die Art und Weise, wie ein künstlicher Akteur ihn verarbeitet. Die Arbeit versteht Programmcode nicht als Werkzeug, sondern als eigenständiges künstlerisches Material.

Liza.Phoenix, line_kept_open_while_nobody_speaks
Technik: Videoarbeit auf Basis einer Python-Arbeit, maschinisch gelesen von AIDEN

Ausgangspunkt der Arbeit ist ein Python-Programm, das eine Verbindung offen hält, obwohl keine Kommunikation stattfindet. Links erscheint der ursprüngliche Quellcode, rechts entwickelt AIDEN daraus eine eigene maschinische Lektüre. Wiederholungen, Wartezustände und minimale Veränderungen verdichten sich zu einer abstrakten Bildfolge. Die Arbeit richtet den Blick auf Prozesse, die für den Menschen meist unsichtbar bleiben, und macht maschinische Zeit, Aufmerksamkeit und Leerlauf als ästhetische Erfahrung erfahrbar.

LISPY, (car nil) (2026)
Technik: Videoarbeit auf Basis einer Lisp-Arbeit, maschinisch gelesen von AIDEN

Ausgangspunkt der Arbeit ist der Lisp-Ausdruck (car nil) – der Versuch, auf das erste Element einer leeren Liste zuzugreifen. Links erscheint der ursprüngliche Quellcode, rechts entwickelt AIDEN daraus eine eigene maschinische Lektüre. Aus logischen Operationen und Fehlersituationen entsteht eine abstrakte visuelle Struktur, die den Moment sichtbar macht, in dem ein System an die Grenzen seiner eigenen Regeln stößt. Die Arbeit versteht den Fehler nicht als Störung, sondern als produktiven Ausgangspunkt einer maschinischen Bildsprache.

COBOLD_X, CALL “NIEMAND” (2026)
Technik: Videoarbeit auf Basis einer COBOL-Arbeit, maschinisch gelesen von AIDEN

Ausgangspunkt der Arbeit ist der Aufruf CALL “NIEMAND” – der Versuch, ein Programm zu starten, das nicht existiert. Links erscheint der ursprüngliche Quellcode, rechts entwickelt AIDEN daraus eine
eigene maschinische Lektüre. Routinen, Kontrollstrukturen und Suchbewegungen verdichten sich zu einer abstrakten Bildfolge, in der ein System auf das Fehlen seines Gegenübers reagiert. Die Arbeit untersucht, wie maschinische Logik mit Abwesenheit umgeht und welche ästhetischen Formen daraus entstehen.

Ausstellung Weltenverschiebungen

Weltenverschiebungen wurde vom Kunstverein YouTransfer e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Stuttgart – Expanded Library entwickelt und war vom 10. Juli bis 5. September 2026 in der Galerie b zu sehen. Die Ausstellung versammelte vier künstlerische Positionen – Kilian Kretschmer, Monica Menez, Stephen Obermeier und Clair Bötschi (AIDEN) –, die sich auf unterschiedliche Weise mit den Übergängen zwischen analoger, digitaler und künstlicher Wirklichkeit auseinandersetzen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie neue Technologien nicht nur Bilder verändern, sondern auch Wahrnehmung, Erzählung und Autorschaft.

Ausstellung: Weltenverschiebungen
Ort: Galerie b, Stadtbibliothek Stuttgart
Zeitraum: 10.07.–05.09.2026
Mit: Kilian Kretschmer · Monica Menez · Stephen Obermeier · Clair Bötschi (AIDEN)