2017 habe ich für Pablo Wendel ein Nutzungskonzept für das ehemalige Elektrizitätswerk in Luckenwalde erarbeitet — eine visionäre Neuausrichtung eines denkmalgeschützten Braunkohlekraftwerks zu einem Ort, an dem Energie, Kunst und gesellschaftliche Innovation zusammenfließen. Ziel war es, den historischen Ort nicht nur funktional zu transformieren, sondern als regenerative Energie‑ und Kunstinfrastruktur zu denken, die Produktion, Ausstellung, Forschung, Künstler:innenräume und öffentliche Programme verbindet.
Das Konzept sah vor, die bestehende Industrieinfrastruktur nicht nur zu erhalten, sondern als motorische Grundlage eines neuen Kunst‑ und Kulturzentrums zu nutzen: mit Off‑Spaces für Produktion, Raum für Ausstellungen, Werkstätten, Atelierflächen und einer Verknüpfung von nachhaltiger Energieerzeugung und künstlerischer Praxis. Die Idee war, ein selbsttragendes, ökologisch verantwortetes Zentrum zu schaffen, das ästhetische, soziale und ökologische Impulse über die Region hinaus sendet.
Das E‑Werk Luckenwalde ist heute ein global anerkanntes Zentrum für zeitgenössische Kunst und regenerative Energieproduktion – das erste seiner Art, das zeitgenössische Kunstprogramme mit eigenem Kunststrom versorgt und darüber hinaus überschüssige Energie in das öffentliche Netz einspeist. Die Erlöse der Energieproduktion werden reinvestiert, um Ausstellungen, Festivals, Workshops, Künstler:innenprogramme und Atelierplätze zu finanzieren. Das denkmalgeschützte Gebäude mit seinen Werkstätten, Ateliers, Ausstellungsräumen und Forschungslaboren hat sich zu einem lebendigen Knotenpunkt ökologischer, künstlerischer und sozialer Praxis entwickelt, in dem Nachhaltigkeit, Produktion und Ästhetik zu einem neuen institutionellen Modell verschmolzen sind.
