Der Fortune Coffee Automat ist eine spekulative Maschine, die sich als Alltagstarne tarnt – und dann plötzlich spricht. Wer seinen Mokka trinkt, lässt ein Bild zurück: Sediment, Spur, Kaffeesatz. Der Automat nimmt diese Reste ernst. Kein Profil, keine App, kein Gespräch – nur ein Foto des Satzes.
Was folgt, ist ein ritualisierter Ablauf: Name eintippen. Becher platzieren. Wahrsagung starten. Dann: Druck, Geräusche, Rauch – und ein Text, der als Papierbon ausgegeben wird. Keine Bildschirmnachricht, sondern ein greifbares Objekt. So wird die KI nicht zur unsichtbaren Software im Hintergrund, sondern zur körperlich erfahrbaren Präsenz – zur Maschine, die Deutung performt.
Die Texte oszillieren zwischen Orakel, poetischer Projektion und literarischer Zumutung. Der Automat beruhigt nicht. Er urteilt – oder tut zumindest so. Und lässt offen, ob in seinem Blick tatsächlich etwas liegt – oder ob wir es sind, die darin lesen, was wir ohnehin schon glauben.
Fortune Coffee verschiebt eine uralte Praxis in eine Gegenwart der automatisierten Bedeutungsproduktion: Plattformen, Scores, Rankings – auch sie sind Orakel, nur ohne Dampf.
Erstpräsentation: Members’ Night, Staatsgalerie Stuttgart
Weitere Auftritte: u.a. Release-Party Frameless Magazin, Württembergischer Kunstverein Stuttgart
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