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EXCEL KI

EXCEL KI

Aus Zahlenbildern denken

Was entsteht, wenn man die trockenste Form von Kulturproduktion – den Kosten- und Finanzierungsplan (KFP) – als Rohmaterial für Kunst betrachtet? Und was zeigt sich, wenn man dieses Material einer Künstlichen Intelligenz übergibt, die keine Ahnung von Fördersystemen hat – aber sehr wohl von Bildern?

Die Serie EXCEL KI entstand aus dieser Reibung. Sie übersetzt eigene Excel-Tabellen aus realen Kulturprojekten in visuelle Formen. Als Titel dienten jeweils die tatsächlichen Projektnamen – eingespeist in Midjourney, zusammen mit dem KFP als visuelle Grundlage. Was dabei entsteht, sind Interpretationen der Projekte durch ein System, das weder Kunst noch Verwaltung kennt – sondern Muster.

Daten als Ideenträger

Jede Arbeit dieser Serie beginnt mit einem Kosten- und Finanzierungsplan. Summen, Spalten, Einnahmen, Ausgaben – die nüchternste aller Formen künstlerischer Planung. Doch was geschieht, wenn man diese bürokratischen Raster durch eine KI in Bilder übersetzen lässt? Es entsteht keine Visualisierung im klassischen Sinn, sondern eine ästhetische Transformation. Keine bloßen Infografiken – sondern atmosphärische Verdichtungen.

Manche Werke erinnern noch an Raster, an Farbflächen und Budgetlogik. Andere lassen die Tabellenstruktur vollständig hinter sich – zugunsten neuer Räume, Symbole und Narrationen. Was bleibt, ist der Eindruck: Etwas wurde berechnet. Etwas wurde möglich gemacht. Etwas wurde sichtbar.

So wird der Verwaltungsapparat nicht dokumentiert, sondern verwandelt. Excel wird zur poetischen Matrix, die zwischen Planung und Projektion, Kontrolle und Kreativität oszilliert. Nicht als Beleg, sondern als Bedeutungsträger. Nicht als Kontrolle – sondern als Narration.

 

Die EXCEL-KI-Serie entstand 2023 aus der Idee, Kosten- und Finanzierungspläne nicht nur als administrative Werkzeuge, sondern als ästhetisches Ausgangsmaterial zu lesen. Ihre erste Präsentation erfolgte in der Ausstellung „ORIENTATION MATTERS – Die natürliche Unordnung der Dinge“ im Kunstverein Wagenhalle Stuttgart.

Im Kontext der Ausstellung wurde sichtbar, was diese Arbeiten im Kern ausmacht: Sie verwandeln bürokratische Strukturen in visuelle Erzählungen – nicht als Illustration, sondern als Interpretation. Das Rechnen wird zur Geste, die Excel-Tabelle zur Spur. In einer Ausstellung, die sich mit Ordnung, Systemen und Deutung beschäftigte, markierte die Serie einen pointierten Beitrag zur Frage: Wie zeigt sich Kunst im Schatten der Verwaltung?

Mehr als 1.200 Besucher:innen sahen die Ausstellung, die Kunst, Architektur und digitale Verfahren miteinander ins Gespräch brachte – ein idealer Rahmen, um die EXCEL-KI-Serie als Reflexion über Sichtbarkeit, Kontrolle und Produktionsbedingungen zu verorten.

CURRENT – Kunst und urbaner Raum (2021)

Architektonische Strukturen, technische Zeichnungselemente und urbane Linien. Die rote Markierung setzt einen visuellen Anker inmitten des fragmentierten Stadtgefüges. Das Bild verdichtet die Themen von Durchlässigkeit, Prozesshaftigkeit und Komplexität des urbanen Raums – zentrale Motive des Festivals CURRENT 2021.

Kultursommer im Kulturschutzgebiet (2020)

Eine lebendige Szene voller Details: Menschen, Räume, Ballons, Pflanzen, Atmosphären. Wie ein kultureller Mikrokosmos entfaltet sich die Wagenhalle in Miniatur. Die Grafik imaginiert den Sommer 2020 als utopisches Lager des Zusammenkommens – zwischen Improvisation und Dauerprovisorium.

Monte Bruno und das Bergsteiger:innenprogramm (2021)

Ein steiler Berg, ein markantes rotes Dreieck, eine einzelne Figur. Das Bild greift die Metaphorik des Aufstiegs und der Anstrengung auf. Wie im partizipativen Programm von Monte Bruno werden künstlerische Prozesse hier als Gipfelbesteigungen lesbar – körperlich, kollektiv, symbolisch.

New Normal (2022)

Ein Kopf im Wandel: Blumen, Weltkugeln, digitale Splitter. Zwischen Festival, Überforderung und Sinnsuche verdichtet das Bild das Lebensgefühl der Zwischenjahre. Das Musikfestival „New Normal“ spiegelt sich in dieser surrealen Porträtszene als Collage aus Erwartung, Empfindung und Weltbeobachtung.

Orientation Matters (2023)

Stufen, Perspektiven, Lichtachsen – eine Figur im Übergang. Die Visualisierung des Kostenplans wird hier zur symbolischen Suche nach Richtung und Sinn. Wie in der Ausstellung „Orientation Matters“ wird das Verhältnis von innerer Ausrichtung und äußerer Struktur zur Frage im Raum.

Container City Transformation (2022)

Ein Raster aus Farben, Flächen und Tabellenfragmenten. Die Container City erscheint als digitalisierte Architektur einer Zwischenstadt. Der Excel-Hintergrund bleibt sichtbar, verwandelt sich aber in die Ästhetik modularem Wohnens – zwischen Utopie, Ordnung und Verdichtung.

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