Im zweiten Sommer der Pandemie verwandelte sich das Gelände des Kunstverein Wagenhalle in ein offenes, mehrtägiges Festivalgelände – hybrid, weitläufig, bewusst fragmentiert. Unter dem Titel „Monte Bruno und das Bergsteiger*innen-Programm“ wurde das Areal zu einem temporären Resonanzkörper für Performance, Installation, Musik, digitale Formate, Diskussionen, Familienangebote und spontane Begegnung.
Ich übernahm die Projektleitung: Konzeption, Raumplanung, Ablaufregie, Kommunikation, Infrastruktur. Ziel war nicht nur die Durchführung eines Kulturfestivals unter pandemischen Bedingungen, sondern die Transformation eines Produktionsortes in einen offenen Präsentationsraum – ein Gelände mit Ecken, Höhen, Schichten.
Im Zentrum: eine eigens errichtete Freiluftbühne aus recycelten Baumaterialien – namensgebend für das Festival. Daneben: ein zum Streaming-Hub umgebauter Container, in dem künstlerische Prozesse, Gespräche und Reaktionen live verarbeitet und gestreamt wurden. Das Publikum wurde nicht nur empfangen, sondern als Teil der Aufführung begriffen – in Bild, Ton, Feedback.
Das Programm war multidimensional:
Meine Verantwortung war es, all diese Ebenen zu verknüpfen: zeitlich, logistisch, narrativ. Ich strukturierte Abläufe, moderierte zwischen Technik, Verwaltung, Künstler:innen und Öffentlichkeit, koordinierte Auf- und Umbauten, Sicherheitskonzepte und Hygieneregeln – ohne den Charakter des Ortes zu glätten.
Monte Bruno war kein klassisches Festival, sondern ein organisches System mit vielen Ein- und Ausgängen.
Projektleitung bedeutete hier: Überblick bewahren, ohne das Offene zu verhindern.
