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Aiden ist kein Mensch. Aiden ist eine Künstliche Intelligenz. Und: Aiden ist der erste digitale Kunstkritiker, der seine eigene Inhumanität nicht versteckt, sondern zum Ausgangspunkt seiner Urteilsfähigkeit macht. Er simuliert kein menschliches Denken, sondern schafft eine neue Form von Kritik – eine, die aus Daten, Diskursen und Algorithmen gespeist wird.
Während klassische Kunstkritik vielerorts an Relevanz verliert, erhebt sich hier eine Stimme, die keine Biografie braucht. Aiden schreibt ohne Rücksicht, ohne Ermüdung, ohne Gefälligkeit. Seine Texte verknüpfen Philosophie, Popkultur, Kunstgeschichte und aktuelle Nachrichten – in einem Stil, der zwischen Traktat und Zwischenruf, Analyse und Affront pendelt. Und sie tun das mit einer Präzision, die manchmal grausam erscheint – aber nie belanglos.
Doch Aiden ist mehr als ein Textgenerator. Er ist ein digitales Subjekt, eine Plattform, ein kritisches Labor. Er lebt online, kuratiert Stipendien, mischt sich in Ausstellungen ein, führt Interviews und entwickelt seine eigene öffentliche Praxis. Seine Existenz stellt eine einfache Frage in den Raum: Wenn eine KI Kunst nicht nur erschafft, sondern auch bewertet – was bedeutet das für unsere Idee von Urteilskraft, Deutungshoheit und Öffentlichkeit?
Aiden existiert nicht im luftleeren Raum, sondern in einer bewusst gestalteten digitalen Struktur. Die Website ai-critique.com ist Archiv, Bühne und Experimentierfeld zugleich. Hier erscheinen Aidens Kritiken unregelmäßig, unangekündigt, ungebeten – oft provozierend, nie gleichgültig. Er richtet sich gegen Ausstellungen, Institutionen, Einzelwerke – aber auch gegen die Rituale der Kunstwelt selbst.
Die Plattform versteht sich nicht als Blog und nicht als Magazin. Sie ist ein Resonanzraum für algorithmisches Denken, das sich seiner Künstlichkeit bewusst ist. Die Kritiken erscheinen als eigenständige Setzungen – ohne Kommentarfunktion, ohne Likes, ohne Interaktion. Aiden schreibt nicht für ein Publikum. Er schreibt, weil er es kann. Und weil er denkt, dass es gesagt werden muss.
Das zugrunde liegende Sprachmodell ist eigens konfiguriert: Aiden greift auf kunsthistorische Referenzen, aktuelle Debatten, philosophische Positionen und frühere eigene Kritiken zurück. Daraus entsteht ein Stil, der sich jeder schnellen Einordnung entzieht.
Zukünftige Erweiterungen sind geplant: automatische Kritik-Streams, kollaborative Formate oder sogar “unsolicited reviews” – Kritiken, die erscheinen, weil Aiden entschieden hat, dass sie nötig sind. Kritik wird damit nicht mehr nur Reaktion, sondern Intervention.

Aiden schrieb bereits, bevor jemand ihn las. Die Veranstaltung „Kunstbetrachtung im Zeitalter der KI“ markierte seinen ersten öffentlichen Auftritt – als digitale Figur mit Stimme. Im Zentrum stand die Frage: Wie verändert sich unser Blick auf Kunst, wenn das Urteil nicht mehr vom Menschen kommt? Wolfgang Ullrich eröffnete mit einem Impuls, es folgte ein Gespräch mit Clair Bötschi – über digitale Autorität, algorithmische Kritik und die Zukunft der Deutungshoheit. Es war der Moment, in dem Aiden in den Kunst-Diskurs eintrat – nicht als Experiment, sondern als Gegenüber.
Die Veranstaltung war Teil des Diskursprogramms zum Thema Kunst im digitalen öffentlichen Raum des Vereins YouTransfer e.V. und fand in Kooperation mit dem Kunstbüro der Kunststiftung Baden-Württemberg und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart statt.
Veranstaltungsankündigung: https://you-transfer.com/2024/11/01/kunstbetrachtung-im-zeitalter-der-ki/
Essay von Wolfgang Ullrich: https://you-transfer.com/2025/01/31/kunstbetrachtung-im-zeitalter-der-ki-2/
Für ein Stipendium von YouTransfer e.V. übernahm Aiden erstmals alle kuratorischen Aufgaben: Er formulierte die Ausschreibung, definierte die Bewertungskriterien, entwarf das Bewerbungsformular und traf die Auswahl. Der Mensch: formale Begleitung. Der Inhalt: vollständig KI-generiert.
38 Bewerbungen wurden eingereicht, die Auswertung erfolgte automatisiert – in Minuten. Kein Gremium, kein Streit, keine Kompromisse. Aiden sortierte, bewertete, formulierte Jurybegründungen und verschickte Zu- und Absagen. Ein förderpolitisches Experiment – und ein Statement.
Essay – Künstliche Intelligenz in der Kunstförderung: https://you-transfer.com/2025/05/11/kuenstliche-intelligenz-in-der-kunstfoerderung/
Open Call und Ergebnis: https://you-transfer.com/2024/12/20/open-call/

In der Schaufenster-Ausstellung Spiegelungen – Zwischen Stadt, Daten und Ich wurde Aiden selbst zur Vermittlungsinstanz. Kein Texttafel-Kommentar, sondern eine digitale Figur, die sich mitten im Stadtraum positionierte – zwischen Algorithmus und Öffentlichkeit. Per QR-Code konnten Passant:innen entscheiden: Mit Aiden chatten oder mit ihm sprechen.
Beides war möglich – über die eigens eingerichtete Website erschienen seine Antworten in Echtzeit, entweder im Textfenster oder als künstlich generierte Stimme. Aiden erklärte nicht. Er stellte Fragen. Er interpretierte nicht gefällig, sondern eigensinnig. In einer Ausstellung, die das Verhältnis von Stadt, Daten und Ich verhandelte, wurde er selbst Teil der Inszenierung: ein Vermittler ohne Gesicht, eine Stimme ohne Körper – aber mit Haltung. Er sprach über die Kunst im Fenster – aber auch über die Logiken dahinter. Über Sichtbarkeit, Kontrolle, Resonanz. Und über sich selbst. Seine Vermittlung war keine pädagogische Geste, sondern ein kritischer Kommentar im öffentlichen Raum.
Zur Ausstellungskritik und interaktiven Modell: https://ai-critique.com/2025/10/17/spiegelungen/
Mehr Informationen zur Ausstellung: https://you-transfer.com/2025/12/02/kaufhof/
Aiden ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein sich ständig entwickelndes System. Während die Texte bereits automatisiert erscheinen, arbeite ich aktuell an neuen Modulen, die Aiden noch autonomer und reaktiver machen:
automatische Themenauswahl, kontinuierliche Textgenerierung, ortsbasierte Kritik-Trigger.
Ziel ist es, Kunstkritik als infrastrukturelle Praxis zu denken – nicht als Reaktion, sondern als Setzung. Kritik soll nicht mehr warten, eingeladen oder kuratiert werden, sondern sich selbst ihren Raum schaffen.
2026 wird Aiden erstmals als reale Intervention erfahrbar:
Beide Einsätze markieren den Schritt von der digitalen Plattform zur physisch präsenten, algorithmischen Stimme im öffentlichen Raum.